AusnahmeZustand 2015

AusnahmeZustand 2015

FILMREIHE Psychische Erkrankungen
17. – 19. November 2015 im LEOKINO Innsbruck

Di 17.11. 18.30 Uhr LEOKINO 1

DAS DUNKLE GEN (Doku von Miriam Jakobs u. Gerhard Schick, D/CH 2015)
Im Anschluss: Gespräch mit Univ. Doz. Dr. Martin Kurz (Psychiater und Psychoanalytiker)

Mi 18.11.18.30 Uhr LEOKINO 1

ANDERE WELT (Doku von Christa Pfafferott, D 2013)
Im Anschluss: Gespräch mit Prim. Dr. Adelheid Kastner (Psychia­terin, Leiterin Forensik Wagner-Jauregg-Krankenhaus Linz, Buchautorin, u.a. Gutachterin Fall Fritzl) und Barbara Kleinheinz (Leiterin Projekt return PSP-Tirol)

Do 19.11. 18.30 Uhr LEOKINO 1

BLENDER (Doku von Susann Reck, D 2014)
Im Anschluss: Gespräch mit Susann Reck (Regisseurin und Mitwirkende im Film)

10 Jahre und davon 5 x „AusnahmeZustand“:
10 Jahre und davon 5 x „AusnahmeZustand “: vor 10 Jahren starteten wir,  start pro mente in Kooperation mit dem Leokino, diese kleine FilmBiennale, die sich mit verschiedensten Aspekten psychischer Erkrankungen auseinandersetzt.
Damals noch unsicher über den Publikumszuspruch, aber sicher in der Überzeugung, dass es Öffentlichkeit und gesellschaftliche Aufmerksamkeit jenseits von medialer Effekthascherei und glattgebürsteten Hollywood-Klischées braucht. Wir wollen mit der Filmreihe Impulse geben für einen  verantwortungsbewussten Umgang mit dem komplexen und tabuisierten Thema psychischer Erkrankung.
Mit dem diesjährigen Motto „Fremde Welten“ begeben wir uns auf filmisch kaum begangenes und unbekanntes Terrain.
Wir öffnen die Türen für einen Blick in die spannende Welt genetischer Forschung, begeben uns in die unheimliche und aktuell viel diskutierte Welt des  Maßnahmenvollzuges und begleiten Menschen, die schon sehr früh auf eine andere, enge Spur geschickt wurden.


Di 17.11. 18.30 Uhr LEOKINO 1

Das dunkle GenDAS DUNKLE GEN
„Haben sie schon mal versucht sich das Leben zu nehmen?“ „Ja“ Der Mann, der hier antwortet, heißt Frank Schauder, ist Arzt und arbeitete als Neurologe. Schwere Depressionen warfen sein Leben aus der Bahn und unterbrachen seine berufliche Karriere. Nachdem er sich wieder stabilisiert hatte, machte er sich auf die Suche nach dem Ursprung seiner Depression. Mit dem Wissen, dass schon seit vielen Generationen Depression in seiner Familie auftritt, und in der Sorge, dass sein 16-jähriger Sohn ebenfalls erkrankt, will er die genetischen Ursachen seiner Erkrankung erforschen. Was als wissenschaftliche Recherche beginnt, entwickelt sich zu einer existenziellen Auseinandersetzung mit überraschenden Wendungen. 
DAS DUNKLE GEN ist trotz seines Titels kein düsterer Film, sondern nimmt den Zuschauer mit, als Begleiter dieses sympathischen, engagierten Arztes auf seine unkonventionelle Reise zu unseren menschlichen Bausteinen.

Deutschland / Schweiz 2015; Regie, Buch, Montage: Miriam Jakobs und Gerhard Schick; Kamera: Simon Guy Fässler, Philipp Künzli; Musik: Daniel Almada, Isenburg Quartett, Deirdre Gribbin; Mitwirkende: Frank Schauder, Leonard Metz,Jennifer Glaus, Florian Holsboer, Deirdre Gribbin, Sabina Gallati, Sarah A. Teichmann, Ivo Gut, George Church, Oliver Medvedik, Anthony Cragg (DCP; Farbe; 99 min).  ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG


Im Anschluss: Gespräch mit Univ. Doz. Dr. Martin Kurz
(Psychiater und Psychoanalytiker)

 

Mi 18.11. 18.30 Uhr LEOKINO 1

ANDERE WELTAndere Welt
Wenn Menschen bei Straftaten unter dem Einfluss einer psychischen Erkrankung standen, kommen sie nicht ins Gefängnis, sondern in den Maßnahmenvollzug. So lange, bis sie als »nicht mehr gefährlich« gelten.
Christa Pfafferott hat, wie wenige zuvor, Zugang gefunden, zu dieser hermetisch abgeschlossenen Welt, zu Menschen, vor denen die Gesellschaft Angst hat. Menschen, die manche gerne für immer wegsperren würden. Aber wie richtet sich jemand ein, der nicht weiß, wann er wieder rausdarf?
Dazu die Regisseurin Christa Pfafferott: „Das macht diese Unterbringung so schwierig. Einerseits sollen die Menschen gesund werden, gleichzeitig werden sie gesichert und isoliert. Immer wird beobachtet, dokumentiert und beurteilt. Doch niemand von uns ist 24 Stunden perfekt - fast jeder hat mal einen Aussetzer. Experten müssen dann beurteilen, ob das abweichende Verhalten krank oder tatsächlich allgemeingefährlich ist.“
Herausgekommen ist ein Film, der den gemeinsamen Grenzgang zeigt, zwischen schwierigen, vielleicht sogar gefährlichen psychisch kranken Menschen und den Profis, die im Auftrag der Gesellschaft pflegen, sichern und disziplinieren. Auch in Österreich ein hochaktuelles Thema, rund um die öffentliche Diskussion des vernachlässigten psychisch erkrankten Häftlings in Stein.
Im Mai 2014 ist die Regisseurin mit dem Nachwuchspreis des deutschen Journalist­innenbundes ausgezeichnet worden.

Deutschland 2013; Regie: Christa Pfafferott; Kamera: Eva Katharina Bühler; Steadycam: Florian Ungerer; Schnitt: Christa Pfafferott, Anke Wiesenthal; (DCP übertragen von BluRay; Farbe; 79 min).  ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG


Im Anschluss:
Gespräch mit Prim. Dr. Adelheid Kastner (Psychia­terin, Leiterin Forensik Wagner-Jauregg-Krankenhaus Linz, Buchautorin, u.a. Gutachterin Fall Fritzl) und Barbara Kleinheinz (Leiterin Projekt return PSP-Tirol)

 

Do 19.11. 18.30 Uhr LEOKINO 1

BLENDERBlender
„Blender“ ist der Name eines Bergs im Allgäu. Es ist aber auch der Name einer Einrichtung für psychisch kranke Menschen, die der Vater der Filmemacherin Susann Reck Anfang der siebziger Jahre aufgebaut hat. Sie ist hier aufgewachsen und widmet sich in ihrem gleichnamigen Dokumentarfilm BLENDER einfühlsam sechs Bewohnern, die sie einen Sommer und einen schneereichen Winter lang begleitet.
Manche wird dieser Film an das wunderbare Buch von Joachim Meyerhoff über dessen Kindheit in der Psychiatrie erinnern. Susann Reck nimmt eine andere Perspektive ein: Sie kehrt zurück und schaut noch einmal mit einem erwachsenen und erstaunten, aber nicht wertenden Blick auf Menschen.
Vor einer beeindruckenden Naturkulisse geht es nicht vorrangig um Verrückt- oder Anderssein, sondern es entfalten sich vielfältige Formen menschlicher Existenz, die sich einen einsamen Weg durch das Leben suchen. Dieser Film, eine eindrucksvolle Hommage an Menschen, die schon sehr früh auf eine andere, enge Spur geschickt wurden, fordert uns aber auch heraus: würden diese jetzt 2015 ganz andere Wege gehen, gehen können? Wir freuen uns auf die gemeinsame Diskussion.

Deutschland 2014; Regie, Kamera, Schnitt: Susann Reck; Musik: Donald Rubinstein; Mitwirkende: Marie Beck, Günther Kraus, Lars Oliver Former, Julius Pinkievisz, Gerd Stuhler, Friedlieb Hoffmann (DCP übertragen von SD; Farbe; 104 min). ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Im Anschluss: Gespräch mit Susann Reck (Regisseurin und Mitwirkende im Film)