Home > Archiv > AusnahmeZustand 2017

Druckversion Inhaltsverzeichnis E-Mail Formular

Aktuelles

AusnahmeZustand 2017
FILMREIHE Psychische Erkrankungen
7. – 9. 11. 2017 im LEOKINO Innsbruck

Die bereits 6. Ausgabe unserer Veranstaltungsreihe war wieder ein voller Erfolg.
>> weitere Infos

>> Pressespiegel


 

 


 

 

 

 

AusnahmeZustand 2017

 

FILMREIHE Psychische Erkrankungen
7. – 9. November 2017 im LEOKINO Innsbruck

 

Di 7. 11. 18.00 Uhr LEOKINO 1

NICHT ALLES SCHLUCKEN (Doku von Jana Kalms, Piet Stolz und Sebastian Winkels, D 2015)
Im Anschluss: Gespräch mit Dr. Rolf Michels (Oberarzt am Klinikum Itzehoe),
Elmar Kennerth (Genesungsbegleiter bei start pro mente)

Mi 8. 11. 18.00 Uhr LEOKINO 1

RAUM 4070 (Doku von Jana Kalms und Torsten Striegnitz, D 2006)
Im Anschluss: Gespräch mit Mag. Maria Fischer  (Angehörigenvertretung HPE, Psychotherapeutin),
Manuela Pfeifer (Genesungsbegleiterin im Krankenhaus Zams, Abt. Psychiatrie/Psychotherap. Medizin)

Do 9. 11. 18.00 Uhr LEOKINO 1

FUNKTIONIEREN (Doku von Brigitte Zürcher, CH 2017)
Im Anschluss: Gespräch mit Dr. Piet Westdijk (Psychiater in Basel)

Diese Veranstaltung findet unter der Schirmherrschaft von Landesrätin  Dr.in Christine Baur statt.

 

AusnahmeZustand VI psy-ciné: „AusWege“

„AusnahmeZustand“ – Filme für uns, die wir im psychosozialen, medizinischen, psychotherapeutischen Bereich arbeiten, für die Betroffenen selbst und die ihnen Nahestehenden, die ganz dicht dran mit den Auswirkungen psychischer Erkrankung umgehen müssen, und für die, die sich von existenziellen psychischen Verwerfungen, die uns allen innewohnen, berühren lassen.
In der sechsten Ausgabe setzt sich diese kleine FilmReihe mit dem Titel „AusWege“ mit der aktuellen Notwendigkeit nach neuen Wegen und Aufbrüchen in unseren (sozial-)psychiatrischen Angeboten auseinander. Immer geht es für Menschen in und nach psychischen Krisen darum, nachhaltig konstruktiv mit persönlich Erlebtem und Erlittenem umzugehen und in belastbarere neue Lebensrealitäten zu finden. Die Realität schaut in einem häufig fragmentierten und fachlich oft unzureichenden Versorgungssystem für viele Betroffene nur wenig hilfreich aus. Was braucht es demnach, um angemessene Genesungswege (u.a. im Sinne trialogischer Arbeit, oder unterstützter Entscheidungsfindung) in der psychosozialen und medikamentösen Behandlung und Versorgung zu etablieren?
Zaghaft, aber nichtsdestoweniger in lebendiger Weise, finden solche Ansätze immer mehr Eingang in die aktuelle psychiatrische Versorgung.  Mit den heurigen Filmen zeigen wir konstruktive Ansätze und kritische Stimmen zur aktuellen Lage.
Im Anschluss werden diese spannenden und kontroversiellen Themen wie immer durch Diskussionen mit anwesenden ExpertInnen vertieft. (Dr. Robert Fiedler)



Di 7. 11. 18.00 Uhr LEOKINO (österr. Erstaufführung)

NICHT ALLES SCHLUCKEN

„Ein Raubvogel packt mich und fliegt mit mir durch den Wirbelsturm“ (Kai T.). Eine Psychose ist eine einsame, tiefe existenzielle Krise, eine meist alle Lebensbereiche umfassende Verunsicherung. Langjährige Mediziner, Pfleger, psychoseerfahrene Männer und Frauen, sowie ihre nicht minder betroffenen Angehörigen werden dazu befragt. Die virtuose Kameraführung ermöglicht größte Nähe. Sie berichten von ihrem Umgang und ihrer Erfahrung mit Psychosen, der medikamentösen Behandlung und den Auswirkungen eines sprach- und begegnungsarmen Versorgungssystems. Das traurige Dilemma, dringend Hilfe zu brauchen und sich vor eventuell unangemessenen Hilfestellungen und drohenden Rückfällen zu ängstigen, ist eine Zumutung die sich im Film zeigt - ohne einfache Antworten. Eine mutmachende Erfahrung und ein sehr persönliches Filmerlebnis: „Dieser Film ist ein vielschichtiger Spiegel, mit wichtigen, differenzierten Reflexionen für Betroffene und Ärzte, aber nicht zuletzt auch für komplett Außenstehende und wird sicherlich helfen in Zukunft einiges besser zu verstehen und schließlich überlegter handzuhaben (ein Zuschauer)“ - ein Film über den anschließend gesprochen werden muss.

Deutschland 2015; Regie: Jana Kalms, Piet Stolz, Sebastian Winkels; Kamera: Sebastian Winkels; Schnitt: Sebastian Winkels, Frederik Bösing; (DCP; Farbe; 86min).

Im Anschluss: Gespräch mit Dr. Rolf Michels, leitender Oberarzt am Klinikum Itzehoe (mit eigenem Regionalem Psychiatriebudget), Elmar Kennerth (Genesungsbegleiter bei start pro mente)

 

Mi 8.11. 18.00 Uhr LEOKINO

RAUM 4070

Wir sind in einem Raum, in dem sich Menschen Erlebnisse erzählen, die man sich eigentlich nicht erzählt, aus Angst nicht verstanden zu werden, oder den Job zu verlieren. Denn es geht um Wahnsinn und Verrücktheit – und damit auch um höllische Verzweiflung und den Garten Eden, um Ängste und um die Zerstörung von Beziehungen. Im Raum 4070 findet das Potsdamer Psychoseseminar statt. Hier treffen sich alle zwei Wochen Menschen – Betroffene, Angehörige, Professionelle – die von ihrer Ohnmacht, Hoffnung und Verzweiflung erzählen oder einfach nur zuhören, weil die Erfahrungen ihren eigenen ähneln. „RAUM 4070 ist ein Kammerspiel der Ängste, der Täuschung, der Illusion, des Scheiterns und des Neubeginns“ (Die Welt). Ein Dokumentarfilm von Jana Kalms und Torsten Striegnitz, initiiert von Prof. Dr. Peter Stolz. Übrigens: Psychoseseminare und Trialoge finden auch in Tirol statt, in Innsbruck, Wörgl und Telfs.

Deutschland 2006; Regie: Jana Kalms und Torsten Striegnitz; Kamera: Volker Langhoff, Olaf Mach, Julia Kuhnert; Ton: Michael Fiedler, Louisa Mühlenberg; Schnitt: Lucian Busse; (DCP – von DVD übertragen; Farbe; 80min).

Im Anschluss: Gespräch mit Mag. Maria Fischer (Angehörigenvertretung HPE, Psychotherapeutin),
Manuela Pfeifer (Genesungsbegleiterin im Krankenhaus Zams)

 

Do 9.11. 18.00 Uhr LEOKINO (österr. Erstaufführung)

FUNKTIONIEREN

 „Wer innerlich nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert, soll so schnell wie möglich wieder funktionsfähig werden. Mit allen Mitteln. Doch geht das? Und falls ja, welchen Preis zahlen wir dafür? Ich habe im Verlauf meiner psychiatrischen Ausbildung, wie auch im psychiatrischen Alltag die Beobachtung gemacht, dass bestimmte Themen umgangen werden und kein Interesse daran besteht etwas zu ändern“, das sagt Brigitte Zürcher, Regisseurin des Films und selbst seit Jahren in einer psychiatrischen Klinik in der Schweiz tätig. Aus der trialogischen Perspektive von Betroffenen, Angehörigen und Behandlern wird die notwendige, verantwortungsvolle Veränderung der aktuellen Zugänge zu Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen sichtbar. Kritisch gegenüber aktueller Praxis und gelegentlich zugespitzt, doch immer konstruktiv ist ihr Blick auf die Herausforderungen und Möglichkeiten einer zukünftigen, nachhaltigen und beziehungsorientierten Behandlung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen. Der Film wurde aktuell im Oktober 2017 am Weltkongress für Psychiatrie (WPA) in Berlin gezeigt.

Schweiz 2017; Regie und Schnitt: Brigitte Zürcher; Kamera: Brigitte Zürcher, Michael Hauser; (DCP; Farbe; 96min).

Im Anschluss: Gespräch mit Dr. Piet Westdijk, Psychiater in eigener Praxis in Basel, der im Film selbst zu Wort kommt